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Sabine Lisicki is back!!!

1st September 2010

Sabine Lisicki is back!!!

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lisicki_us_open_2010.jpgSabine Lisicki trumpft nach ihrer hartnäckigen Knöchelverletzung in New York wieder auf!

NEW YORK - Auf dem legendären Grandstand-Platz hatten sich in abendlicher Schwüle nur noch ein paar Hundert Zuschauer zum fünften und letzten Tagesmatch eingefunden. Doch weder die magere Kulisse noch die untypische US-Open-Stimmungsarmut konnten Sabine Lisicki an diesem ganz persönlichen Grand-Slam-Feiertag stören: Als die 20-jährige Berlinerin nach genau 47 Minuten Spielzeit ein Ass ins gegnerische Feld hämmerte, zum 6:1, 6:0 gegen die überforderte Amerikanerin Coco Vanderweghe, da war der wahrscheinlich wichtigste Sieg ihrer jungen Karriere perfekt - ein wegweisender Triumph, der nach über viermonatiger Verletzungspause alle nagenden Zweifel und Ängste beseitigte und ihre Rückkehr ins Weltklassetennis markierte. „Große Erleichterung“ „Das ist eine große Erleichterung. Das gibt Selbstbewusstsein und Mut, weiter entschlossen am Comeback zu arbeiten“, sagte die Blondine, die nicht nur als Deutschlands größtes Tennistalent gilt, sondern auch als potenzielle Top-Ten-Spielerin mit Ambitionen auf Titelerfolge.

Vor einem Jahr waren die US Open noch der Schauplatz einer Schmerzensgeschichte für Lisicki gewesen: Beim Matchball ihrer australischen Gegnerin Anastasia Rodionowa war die Teenagerin unglücklich umgeknickt und hatte minutenlang wie betäubt auf dem Boden gelegen, schockiert über die Niederlage genauso wie über ihr Missgeschick (siehe Video von vor einem Jahr). Die Bilder, wie sie verheult in einem Rollstuhl vom Court gefahren wurde, flimmerten anschließend rund um die Welt. Gerade wegen der bösen Erinnerungen und der schweren, sorgenvollen Verletzungsmomente auch in dieser Saison sei der Sieg „jetzt auch umso süßer“, sagte Vater und Coach Richard Lisicki, „das war die erste große Herausforderung, die Sabine als Spielerin meistern musste. Und sie hat es geschafft.“

Ähnlich wie Bundestrainerin Barbara Rittner („Ich habe so ein komisches Gefühl“) hatte auch der studierte Sportwissenschaftler ein „ordentliches Magengrummeln“ vor der Partie gegen Newcomerin Vanderweghe verspürt, doch nach den ersten überzeugenden Ballwechseln der Tochter waren bald alle Bedenken weggewischt. „Einfach unglaublich. Sie ist einfach eine Rampensau, die auf so einer Bühne über sich hinauswachsen kann. Selbst in dieser Lage“, meinte Rittner hinterher, „das war ein Match, das mich wirklich schwer beeindruckt hat.“ Doch dabei wird es nicht lange bleiben. Nach ihrer Verletzungspause wirkt Lisicki sogar beweglicher, agiler und variabler in ihren Schlägen. Wochenlang war sie im April und Mai auf Krücken umhergehumpelt und hatte den rechten Fuß überhaupt nicht belasten dürfen: „Es war so, als ob dieses Bein gar nicht mehr existierte.“ Geduld, früher nicht gerade ihre größte Tugend, wurde in der Not plötzlich zum Schlüssel für das erfolgreiche Comeback. „Ziemlich tapfer“ habe sie das alles durchgestanden, meint Lisicki selbst: „Das hat mich charakterlich schon gestärkt.“

Sicherheit fehlt noch

Noch will sie sich nicht von festen Zielen und Zahlen in der Weltrangliste herumkommandieren lassen. „Ich brauche noch Matchsicherheit“, sagt Lisicki. Aber für Überraschungen scheint die Berlinerin jederzeit und gegen jede Gegnerin gut - so wie auch jetzt in New York, wo sie in Runde zwei gegen Wimbledon-Finalistin Wera Zwonerewa keinesfalls chancenlos ist. Mit ihrem kompromisslos harten Spiel, neuer Flexibilität und unverändert starkem Ego kann schon bald die Rückkehr in die Top 50 gelingen, weiterer Vormarsch nicht ausgeschlossen. Auch die Vorsorge gegen weiteres Verletzungsunheil wurde verbessert: „Ich trage jetzt immer Bandagen an den Füßen. Und immer heißt immer“, sagt Lisicki, „ich will nicht noch mal vier Monate aussetzen. Das war die schlimmste Zeit in meinem Leben.“

Am Donnerstag morgen (New Yorker Zeit) tritt Sabine Lisicki in Runde zwei gegen die in der Weltrangliste auf Nummer 8 geführte Russin Vera Zvonareva an!

Verfasser: JÖRG ALLMEROTH
www.ksta.de

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